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Willkommen in der Fachschaft Latein!

Fachschaftsleitung:

Michael Fischer

 

Lingua Latina, cui bono?

Das Imperium Romanum als wesentliche Grundlage europäischer Kultur

Gemäß der Legende wird Rom im achten Jahrhundert gegründet ("753 Rom schlüpft aus dem Ei") und wird zur Hauptstadt eines Weltreiches, das für einige Jahrhunderte Süd- und Mitteleuropa und viele Gegenden rund um das Mittelmeer beherrscht.

Übernahme und Weitergabe griechischer Kultur und Wissenschaft

Die antike griechische Kultur gehört zweifellos zu den Wurzeln Europas. Es gab für die Römer viele Berührungspunkte mit der Welt der antiken Griechen, u. a. durch die zahlreichen griechischen Kolonien in Sizilien und Süditalien, später nach der Eroberung Griechenlands auch durch griechische Sklaven.
Die Ursprünge des Theaters, der Literatur, der Musik, der politischen Theorie, der Philosophie, aber auch vieles aus der Mathematik, aus den Naturwissenschaften und nicht zuletzt aus dem sportlichen Bereich gehen auf die Griechen zurück.
Die Erkenntnisse und Errungenschaften werden von den Römern übernommen und mit ihrer eigenen Kultur, die auch von den Etruskern ( ? Toskana) mitgeprägt wurde, verschmolzen.

Mythologie

Namen, Ereignisse aus den antiken Mythen wurden zu einem zeitlosen Gerüst nicht nur für Europa. Als Beleg können neben vielem anderen aus dem Bereich der Astronomie Namen für Sterne und Planeten, daneben ebenso Bezeichnungen für Monate, Wochentage, aber auch grundlegende Ereignisse wie der Trojanische Krieg, Begriffe wie Odyssee, Sisyphusarbeit angeführt werden. Antike Themen, Stoffe und Themen werden immer wieder in der Kunst, in Filmen etc. aufgegriffen.

Spuren römischer Zivilisation

Die technologische und militärische Überlegenheit der Römer führt dazu, dass lateinische Bezeichnungen als Lehnwörter in viele europäische Sprachen übernommen werden, z.B. im Deutschen Straße (stratum), Fenster (fenestra), Mauer (murus). Die Zeugnisse der antiken und insbesondere der römischen Bautechnik gelten nach wie vor als touristische Anziehungspunkte. Aber auch Kulinarisches findet den Weg in die Gärten, Kochtöpfe der Provinzen und somit in die europäischen Sprachen, im Deutschen beispielsweise Senf (senapis), Kohl (caulis), Rettich oder "Radi" (radix) und die Römer brachten auch den Anbau von Wein (vinum) in unsere Breiten. Weite Gebiete des heutigen Bayerns waren ab 15 v. Chr. für vier Jahrhunderte von den Römern besetzt, die Überreste des römischen Grenzwalls, des Limes, wurden 2005 zum Weltkulturerbe erklärt. Viele Städte, auch in Deutschland, waren ursprünglich römische Militärlager, z.B. Köln (colonia), in Bayern, z.B. Regensburg (Castra Regina), Augsburg (Augusta Vindelicorum), Passau (Batavis).
Christliche Glaubenskultur

Mit den Römern kam auch die christliche Religion zum ersten Mal über die Alpen. Griechisch und Latein verschmelzen sich mit den hebräischen Ursprüngen und bilden die Grundlagen der christlichen Tradition. Als Beispiele könnte man Kreuz (crux), Mönch (monachus), Ministrant (minister) anführen. Auch viele der bei uns üblichen Vornamen belegen diese Zusammenhänge, z.B. Marcus, Martina, Johannes, Andrea. Verlautbarungen der katholischen Kirche werden lateinisch verfasst und Rom stellt heute immer noch die Hauptstadt des Christentums dar.

Wissenschaftssprache

Teilweise bis zum 17. Jahrhundert war Latein die grundlegende Sprache der Wissenschaften und der Universität. Dies erklärt u.a., dass sich die Fachbegriffe aus vielen unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen sich zu ca. 75% auf griechische oder lateinische Ursprünge zurückführen lassen, wie ein Blick in Lexika oder diverse Fachbücher zeigt.

Zitate

Lateinische Zitate und Sentenzen, wie z.B. in medias res / veni, vidi, vici / panem et circenses / mens sana in corpore sano sind zeitlos und werden immer wieder verwendet.

Basissprache Europas

Aus den verschiedenen Ausprägungen des Lateinischen entwickelten sich die Nationalsprachen als eigene Sprachen und somit wurde Latein zur Quelle und Mutter der romanischen Sprachen. Französisch, Spanisch, Italienisch, Portugiesisch, Rumänisch gehen direkt auf das Lateinische zurück, in der Weltsprache Englisch lassen sich fast 60 % des Vokabulars auf lateinische Wörter zurückführen. Lateinschüler erwerben sich entscheidende Grundlagen, mit denen sich Wörter und Begriffe leicht ableiten lassen und sich vor allem romanische Sprachen leicht erlernen lassen.

Latein an der Schule heute

In den ersten drei Jahren werden die Grundlagen in Wortschatz und Grammatik zur Übersetzung aus dem Lateinischen gelegt. Selbstverständlich werden dabei auch inhaltliche, kulturelle Aspekte behandelt und bei den Schulaufgaben mit einbezogen. Am Werner-von-Siemens Gymnasium und an der Orientierungsstufe arbeiten wir mit dem Lehrwerk Campus.

Wortschatz / Wortbildung

Das Baukasten - Prinzip vieler aus dem Lateinischen kommenden Begriffe wird zu einem wesentlichen Bestandteil, z.B. Extraktion, Prävention, Rezession. Bezüge zum Wortschatz anderer Sprachen werden hergestellt. Die Aussprache bereitet keine Probleme.

Grammatik

Im Lateinunterricht wird das System Sprache von Grund auf gelernt, man reflektiert Sprache an und mit der lateinischen Sprache. Dies hat positive Auswirkung auf die Sprachkompetenz im Deutschen und erleichtert das Erlernen anderer Sprachen.

Übersetzung

Da das Lateinische mit wesentlich weniger Worten als die deutsche oder englische Sprache auskommt und die Formen bei den einzelnen Wortarten sehr kompakt gebildet werden, wird die Übersetzung zu einer geistig anspruchsvollen Leistung. Dabei werden u.a. Lern - und Arbeitstechniken, wie genaue Beobachtungsgabe und Unterscheidungsvermögen, analytisches Vorgehen, Abwägen von Lösungen, sprachliche Kreativität gefördert. Gerade deshalb plädieren auch viele Naturwissenschaftler für das Erlernen der lateinischen Sprache.

Lektürephase

In dieser Phase erhalten die Schüler einen Einblick in grundlegende Werke der römischen Literatur.

Werke der Weltliteratur

In der Lektürephase werden u.a. Werke von Caesar, Cicero, Ovid im Original gelesen. Im Vordergrund steht die Übersetzung, Interpretation und die Beschäftigung mit den Inhalten. Es wird dabei ein breites Spektrum von Politik, Geschichte, existentiellen Grundfragen, Mythologie, aber auch Spott und Satire abgedeckt. Die Werke prägten dabei nachhaltig spätere Epochen und somit können immer Bezüge zu unserer Zeit hergestellt werden.

Voraussetzungen bei Schülerinnen und Schülern

  • Selbstverständlich darf keine grundsätzliche Abneigung bestehen.
  • Die Deutsch -, bzw. Englischnoten geben einen gewissen Aufschluss über die Eignung.
  • Die Eltern müssen nicht über Lateinkenntnisse verfügen.
  • Deutsch muss nicht Muttersprache sein.
  • Als wichtigste Voraussetzung gilt die Arbeitshaltung, d.h. die Bereitschaft zum konsequenten und regelmäßigen Lernen.

Praktische Überlegungen

Offenhalten der Wege

Mit der Wahl des Faches Latein legt man sich nicht sofort auf den mathematisch - technologisch ausgerichteten Zweig fest.

Latinum

Das Latinum erwirbt man im Normalfall nach 5 Jahre Lateinunterricht mit einer Bewertung von mindestens "ausreichend" im letzten Jahreszeugnis. Viele Studienfächer, wie z.B. Deutsch, Geschichte, moderne Fremdsprachen verlangen das Latinum. Lateinkenntnisse sind in Fächern wie Jura, Biologie und Medizin von großem Vorteil.

Resümee

Der Lateinunterricht fördert die Sprachkompetenz im Deutschen und erleichtert den Zugang zu anderen Sprachen. Es werden dabei wichtige Lern- und Arbeitstechniken geschult. Im Lateinunterricht erwirbt man entscheidende Grundlagen für das Studium und die Allgemeinbildung.
 

Aktuelles zum Fach Latein

Museumsbesuch der Lateingruppe 8 a/b

Es werde Licht

Kurz vor Weihnachten besuchten die Lateingruppen der 8a/b in der Antiken Staatssammlung die Ausstellung: ,,Neues Licht aus Pompeij“.
Die Sonderausstellung befasste sich mit einem der alltäglichsten Gegenstände der Menschheitsgeschichte, nein nicht mit der Toilette, sondern mit Lampen und ihrer Bedeutung für das Leben in Pompeij und ganz Rom.
So konnten wir riesige Kupferlampen mit prächtigen Verzierungen, welche unglaublich teuer waren, genauso wie kleine Tonlampen, wie sie jeder arme Mensch besaß, bestaunen. Außerdem berichtete uns unserer Führerin von ihrem Team, das als neue Vorgehensweise die Lampen grafisch in 3D rekonstruierte und in einen virtuellen Raum eines römischen Hauses setzte, um das Wirken in eben jenem sehen zu können. Dieser ist ebenfalls ein Teil der Ausstellung, welchen man über eine VR-Brille selbst bestaunen kann. Aber auch der Spaß kam nicht zu kurz als wir eine Lampengattung bewunderten, welche männliche Fruchtbarkeitssymbole darstellen. Oder als wir bei einem komplett nachgebildeten Hausschrein die Gießkunst der Römer sahen und mit einem ungelösten Rätsel der Archäologen entlassen wurden.
Insgesamt hatten alle Schüler und Schülerinnen viel Spaß und ich kann die Ausstellung sowie die Führung, welche auch öffentlich angeboten wird, weiterempfehlen.

(Theresa)
 

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München entdecken - Latein

Lateinexkursion ins Zentrum Münchens

Im Rahmen des Lateinunterrichts werden immer wieder spannende Exkursionen durchgeführt. So konnten die Lateinschülerinnen und -schüler der 9. Klasse am Ende des letzten Schuljahres beim Projekttag „München entdecken“ erfahren, dass es in der Landeshauptstadt auch viel Sehenswertes zum Thema „Antike“ zu entdecken gibt.

Vom Odeonsplatz aus begann unser kleiner Stadtspaziergang, wo wir das Denkmal von König Ludwig I. eingehend betrachteten. Dabei erfuhren wir, dass Ludwig I. ein begeisterter Anhänger der Antike und ein leidenschaftlicher Sammler von antiken Kunstwerken war, die er in der von ihm initiierten Glyptothek, dem ersten Antikenmuseum in ganz Bayern, sammelte und der interessierten Öffentlichkeit präsentierte. Über die Brienner Straße und den Karolinenplatz, in dessen Zentrum ein imposanter Obelisk die Blicke auf sich zieht, spazierten wir zum Königsplatz und erfuhren, dass sich das Gebäude-Ensemble der Glyptothek und der Staatlichen Antikensammlung zusammen mit den Propyläen in die Epoche des Klassizismus einordnen lässt, einer Kunstrichtung, die auf griechische und römische Vorbilder zurückgreift. So erinnert der Bau der Glyptothek, vor dem wir uns zu einem Gruppenbild versammelten, an einen griechischen Tempel. Im Innern des Museums erwartete uns bereits eine Kunsthistorikerin des Museumspädagogischen Zentrums, um uns in einer einstündigen Führung mit den wichtigsten Exponaten der weltberühmten Sammlung vertraut zu machen. Neben dem imposanten Apollo Barberini betrachteten wir unter anderem auch die berühmte Medusa Rondanini. Bei der Knidischen Aphrodite wurden die Schüler selbst zu antiken Akteuren. In einem kurzen Stegreifspiel spielten sie die berühmte „Apfel-Szene“ nach, bei der der Trojaner Paris aufgefordert wird, der schönsten der drei Göttinnen Aphrodite, Athene und Hera die goldene Frucht zu reichen. Insgesamt war der Ausflug überaus interessant und fand mit einem italienischen Eis nach unserer Rückkehr zum Odeonsplatz einen süßen und gelungenen Ausklang.

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P-Seminar erkundet das antike München

Zur Vorbereitung unseres P-Seminars besuchten wir kurz vor den Weihnachtsferien die Glyptothek sowie auch die Staatliche Antikensammlung in München. Frau Rudnicki, eine Expertin vom MPZ, gab uns in einer überaus interessanten, zweistündigen Führung einen Einblick in die Museumspädagogik.

Dabei lernten wir verschiedene museumspädagogische Methoden, wie Spiele, Erzählungen oder spezifische Materialien, kennen, mit denen sich antike Inhalte pädagogisch sinnvoll und handlungsorientiert vermitteln lassen und probierten viele interessante Tools aus.

Zum Beispiel sollten wir in der Glyptothek eine männliche Statue analysieren, indem wir zunächst den ersten Eindruck des Kunstwerkes auf uns beschreiben sollten. Bei näherer Betrachtung des Standbilds bemerkten wir, dass es sich bei der dargestellten Person nicht – wie wir zuerst annahmen – um einen Mann, sondern um einen Faun handelt. Damit eröffnete sich für uns eine überraschend neue Perspektive, was unseren ersten Eindruck von dem Kunstwerk entscheidend veränderte.

Eine weitere Methode, die wir erlernten, ist die des kreativen Arbeitens. Uns wurde die Aufgabe gegeben, einen Rap über eine Statue zu schreiben. Nachdem alle fertig waren, wurden einige Arbeiten vorgelesen und Frau Rudnicki erzählte, wen die Statue darstellt. Dadurch wurde deutlich, wie unterschiedlich die Zugänge einzelner Personen zu einem Kunstwerk sein können.

Des Weiteren erfuhren wir, dass man Statuen oftmals anhand von Symbolen identifizieren kann und wie diese Symbole mit Ereignissen aus ihrer Hintergrundgeschichte zusammenhängen. Zum Beispiel deutet die Leier eines Standbilds darauf hin, dass es sich hierbei um den Gott Apollon handelt. Auf einem Diadem einer weiblichen Statue sind verschiede Tiere zu sehen, was darauf hinweist, dass hier Diana, die Göttin der Jagd, dargestellt ist.

Im Anschluss an unseren Besuch in der Glyptothek erfolgte eine Besichtigung der Staatlichen Antikensammlung, wo Frau Rudnicki uns zunächst einige sehenswerte Exponate zeigte. Auch hier wurden uns wieder verschiedene Tools der Museumspädagogik vermittelt. So ergänzte Frau Rudnicki ihren Vortrag über eine griechische Amphore, auf der antike Ringkämpfer abgebildet waren, durch Anschauungsmaterial: Sie reichte das Modell eines antiken Ölfläschchen herum, das Sportler getragen haben, um ihren Körper damit einzusalben.

Anschließend schlüpften wir selbst in die Rolle von Künstlern und erhielten in Gruppenarbeit den Auftrag, einzelne auf Folie aufgedruckte Symbole auf einer abgebildeten Schale anzuordnen. Nach der Fertigstellung unserer Gestaltung wurden die Schalen verglichen und jede Gruppe erklärte ihre Verzierungstechnik. Danach sollten wir die ausgestellte Originalschale suchen, um sie anschließend mit unseren Schalen zu vergleichen. Daraufhin erklärte uns Frau Rudnicki, was es mit dem Bild auf dem antiken Originalgefäß auf sich hat und wie dies mit der Benutzung der Trinkschale übereinstimmt: Auf der sogenannten „Dionysos-Schale“ – einem der bekanntesten Werke der antiken griechischen Keramik - ist der Gott des Weines auf einem Segelschiff liegend dargestellt. Trinkt man aus der Schale, scheint es, als ob Dionysos in einen hineinfahren würde. So entstand beim Trinkenden ein dionysisches Gefühl, also ein rauschhafter Zustand, welcher unter der Wirkung des Alkohols entstand.

Insgesamt haben wir Seminaristen durch diese Museumsführungen einen umfassenden und überaus informativen Einblick bekommen, wie man einen Museumsbesuch möglichst kreativ gestaltet, damit unser geplanter Ausflug mit den Schüler/innen der 7. Jahrgangsstufe im kommenden Schuljahr möglichst abwechslungsreich und interessant wird.

(Merle)

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